„Gärtner führen keine Kriege“ – ein Film zum Buch

Die Filmvorführung „Gärtner führen keine Kriege“ mit anschließendem Podiumsgespräch am 13.08.2026 im Museum Potsdam war ein großer Erfolg. Passend zum 65. Jahrestag des Mauerbaus wird damit an die dramatischen Resultate der Teilung erinnert.

Nach der Begrüßung des Publikums stellte Hannes Wittenberg, der stellvertretende Direktor beim Museum Potsdam, den Bürgerverein Klein-Glienicke e.V. als Kooperationspartner vor. Anschließend begrüßte er seine Gesprächspartner, den ehemaligen Gartendirektor Professor Michael Seiler, der von 1995 bis 2004 Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten war, sowie Jens Arndt, den Buchautor und Filmemacher.
Der Film von Jens Arndt aus dem Jahr 2016 schildert eindrucksvoll, wie stark die Potsdam-Berliner-Kulturlandschaft durch Mauer und Stacheldraht zerschnitten war und wie der Bereich, der heute zum UNESCO-Welterbe zählt, nach dem Öffnen der Grenze und Fall der Mauer wieder geheilt wurde.

Die Podiumsdiskussion: links Hr. H. Wittenberg, mittig Hr. M. Seiler und rechts Hr. J. Arndt. Im Hintergrund die Leinwand.

Erst durch den Film und deren Berichterstattung wird ersichtlich, wie die drei Gartenlandschaften nicht zufällig, sondern gezielt von dem preußischen Gartenkünstler und Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné als Gesamtkunstwerk angelegt wurden. Der Schlossgarten in Sacrow gibt durch seine zentrale Lage und die vielfach angelegten Sichtachsen den Blick frei für den Babelsberger und den Glienicker Park.

Besonders beeindruckend waren die fünf Gärtner, die aus DDR-Zeiten zu berichten wussten und es kaum fassen konnten, wie aus politischen und sicherheitsrelevanten Gründen auf Geheiß der Staatsführung das Gesamtkunstwerk systematisch zerstört wurde. Sie versuchten immer wieder zu retten, was zur retten war und sind trotz Mauer und Stacheldraht immer in Kontakt mit ihrem westdeutschen Kollegen, dem oben genannten Herrn Professor Sailer, gekommen. So gelang es ihm auch immer wieder die Schlossgärtner und deren Wirkungsstätten zu besuchen und zu unterstützen. Einer der Gärtner meinte im Interview mit leicht ironischem Unterton „Gärtner führen keine Kriege“.
Diese deutliche Kritik fand Jens Arndt so passend, dass er im nachfolgen Gespräch dazu sage: „So geht das manchmal, so entstehen Titel für Filme“.

Diese Veranstaltung im gut besuchten Filmvorführraum des Museum Potsdam, es waren fast alle 120 Sitze besetzt, macht Lust auf mehr. Jens Arndt lässt grüßen.

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